Brauchst du für die Ausbildungsbewerbung ein Bewerbungsfoto?
Auch wenn in Deutschland seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) kein Bewerbungsfoto mehr verpflichtend ist, erwarten die meisten Ausbildungsbetriebe nach wie vor ein Foto in den Bewerbungsunterlagen. Ein professionelles Bewerbungsfoto gibt deiner Bewerbung ein Gesicht und macht sie persönlicher.
Studien zeigen, dass Personalverantwortliche sich innerhalb von Sekunden einen ersten Eindruck machen – und das Bewerbungsfoto spielt dabei eine große Rolle. Ein gutes Foto signalisiert Professionalität, Sympathie und Sorgfalt. Ein schlechtes Foto kann dagegen selbst die beste Bewerbung schwächen.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du ein überzeugendes Bewerbungsfoto bekommst – ob beim professionellen Fotografen oder in Eigenregie.
Bewerbungsfoto vom Fotografen oder selbst gemacht – was ist besser?
Professioneller Fotograf
Ein professionelles Bewerbungsfoto kostet in der Regel zwischen 30 und 100 Euro – eine Investition, die sich lohnt. Vorteile:
- Professionelle Beleuchtung und Hintergrund
- Erfahrung mit Posing und Ausdruck
- Bildbearbeitung (dezent!) inklusive
- Verschiedene Aufnahmen zur Auswahl
- Digitale Dateien in verschiedenen Formaten
Frag bei der Buchung nach einem Bewerbungsfoto-Paket – viele Fotografen bieten spezielle Preise für Schüler und Auszubildende an.
Foto selbst machen
Wenn du kein Geld für einen Fotografen ausgeben kannst oder willst, kannst du mit etwas Aufwand auch selbst ein gutes Foto machen:
- Nutze eine gute Kamera (Smartphone mit guter Kamera reicht, aber kein Selfie!)
- Lass dich von jemandem fotografieren – kein Selfie-Arm oder -Stick
- Nutze natürliches Licht (vor einem Fenster, nicht in der prallen Sonne)
- Wähle einen neutralen, ruhigen Hintergrund
- Mache viele Aufnahmen und wähle das beste Bild aus
Was solltest du auf dem Bewerbungsfoto anziehen?
Die richtige Kleidung hängt von der Branche und dem Beruf ab:
Büro und kaufmännische Berufe
- Hemd oder Bluse in dezenten Farben
- Optional: Blazer oder Sakko
- Einfarbig oder dezentes Muster
- Krawatte nicht zwingend nötig
Handwerkliche und technische Berufe
- Sauberes Hemd oder Poloshirt
- Gepflegte, ordentliche Kleidung
- Nicht zu formell, aber auch nicht zu lässig
Kreative Berufe
- Etwas mehr Spielraum bei Farben und Stil
- Trotzdem professionell und gepflegt
- Persönlichkeit zeigen, ohne zu übertreiben
Allgemeine Kleidungstipps
- Farben: Dezente, dunkle Farben wie Dunkelblau, Grau oder Schwarz wirken professionell. Vermeide knallige Farben und wilde Muster.
- Passform: Die Kleidung sollte gut sitzen – nicht zu eng, nicht zu weit
- Zustand: Sauber, gebügelt, ohne Flecken oder Löcher
Wie sollte dein Gesichtsausdruck auf dem Bewerbungsfoto sein?
Dein Gesichtsausdruck sollte freundlich, offen und selbstbewusst wirken:
- Leichtes Lächeln: Ein natürliches, dezentes Lächeln wirkt sympathisch und zugänglich
- Blick in die Kamera: Schaue direkt in die Linse – das wirkt wie Blickkontakt
- Entspannte Gesichtszüge: Kein verkrampftes Grinsen, kein ernster Blick
- Selbstbewusste Haltung: Leicht aufgerichtete Schultern, Kinn leicht angehoben
Tipp: Wenn du Schwierigkeiten hast, natürlich zu lächeln, denke an etwas Lustiges oder lass dich kurz vor dem Foto zum Lachen bringen.
Welcher Hintergrund und Bildausschnitt eignen sich für das Bewerbungsfoto?
Hintergrund
Der Hintergrund sollte neutral und unauffällig sein:
- Helle, einfarbige Wand (Weiß, Hellgrau, Beige)
- Leicht unscharfer Hintergrund (Bokeh-Effekt)
- Keine ablenkenden Gegenstände oder Personen
- Kein Badezimmer, Schlafzimmer oder Partyszenario!
Bildausschnitt
- Porträt oder Halbporträt: Kopf und Schultern, maximal bis zur Brust
- Hochformat: Standard für Bewerbungsfotos
- Freiraum: Etwas Platz über dem Kopf und an den Seiten
- Position: Leicht seitlich gedreht, Blick zur Kamera
Wie sollten Haare, Make-up und Accessoires auf dem Bewerbungsfoto aussehen?
- Haare: Sauber, gekämmt und gepflegt. Der Stil sollte zum Beruf passen.
- Make-up: Dezent und natürlich – weniger ist mehr. Ziel ist ein gepflegter, frischer Look.
- Brille: Wenn du eine Brille trägst, behalte sie auf – achte aber auf Reflexionen im Glas
- Piercings: Im Zweifelsfall lieber herausnehmen, besonders bei konservativen Branchen
- Schmuck: Dezent und unauffällig
Welches Format braucht das Bewerbungsfoto für die digitale Bewerbung?
Technische Anforderungen
- Auflösung: Mindestens 300 dpi für Druckqualität
- Dateigröße: Zwischen 200 KB und 2 MB
- Format: JPEG für die meisten Anwendungen
- Seitenverhältnis: Etwa 3,5 x 4,5 cm (Passbildformat) oder 4 x 5 cm
Foto in den Lebenslauf einbinden
Das Bewerbungsfoto wird in der Regel oben rechts auf dem Lebenslauf platziert. Du kannst es direkt in dein Word- oder Design-Dokument einfügen, bevor du es als PDF exportierst. Achte darauf, dass das Bild:
- Nicht verzerrt oder gestaucht ist
- Eine gute Auflösung hat (nicht pixelig)
- Zum Design des Lebenslaufs passt
Welche Fotos solltest du für die Bewerbung auf keinen Fall verwenden?
- Selfies: Wirken unprofessionell und haben oft schlechte Qualität
- Urlaubsfotos: Auch wenn du darauf gut aussiehst – nicht geeignet
- Gruppenfotos (zugeschnitten): Schlechte Qualität und oft schlechter Bildausschnitt
- Alte Fotos: Das Foto sollte aktuell sein und dich so zeigen, wie du heute aussiehst
- Zu viel Bildbearbeitung: Leichte Retuschen sind okay, aber du solltest dich wiedererkennen
- Filter: Instagram- oder Snapchat-Filter haben auf einem Bewerbungsfoto nichts zu suchen
- Freizeitkleidung: T-Shirts, Tanktops oder Kapuzenpullis wirken zu lässig
Was gilt beim Bewerbungsfoto in besonderen Situationen, etwa mit Kopftuch?
Kopftuch oder religiöse Kleidung
Du darfst auf deinem Bewerbungsfoto religiöse Kleidung tragen, wenn sie zu dir gehört. Achte darauf, dass dein Gesicht gut erkennbar ist und das Foto trotzdem professionell wirkt.
Bewerbung ohne Foto
Wenn du dich bewusst gegen ein Foto entscheidest, ist das dein Recht. Stelle sicher, dass der Rest deiner Bewerbung besonders überzeugend ist. In manchen Branchen und bei internationalen Unternehmen ist eine Bewerbung ohne Foto sogar üblich.
Ein professionelles Bewerbungsfoto ist eine kleine Investition, die sich auszahlen kann. Es zeigt dem Arbeitgeber, dass du dir Mühe gibst und deine Bewerbung ernst nimmst. Ob beim Fotografen oder selbst gemacht – nimm dir die Zeit, es richtig zu machen!